Theorie für eine verändernde Praxis

Das gewerkschaftspolitische Bildungsprogramm 2026

In Zeiten rasanter und tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche ist theoretische Orientierung nötiger denn je. Mit unserem Bildungsangebot möchten wir Räume zur Verfügung stellen, in denen Orientierungsprozesse in solidarischer Zu­sammenarbeit stattfinden können. Hier der Überblicksflyer mit unseren Tagesseminaren in München und Nürnberg.

Gewerkschaftspolitische Tagesseminare 2026

Kapitalismus und Kapitalismuskritik - Einführungskurs

Online-Veranstaltung "Rechtssicher gegen Rechts"

Donnerstag, 12.02.2026, 18:00-19:30 Uhr
Weitere Infos im PDF-Flyer

Kontakt

DGB Bildungswerk Bayern
Neumarkter Str. 22
81673 München

Tel. 089 / 55 93 36 41

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Was noch kommt und was Sie verpasst haben:

Der Staat als Beute - Das Zeitalter der Rackets

Tagesseminar am Samstag, 21.03.2026 in Nürnberg

Extreme soziale Ungleichheit, Milliardenvermögen in den Händen einzelner Personen, Korruptionsskandale und Netzwerke der Steuerhinterziehung – von diesen Phänomenen ist das neoliberale Zeitalter seit über drei Jahrzehnten geprägt. Trotz fortlaufender Skandalisierung hat sich daran nichts zum Besseren geändert – im Gegenteil: Mit Donald Trump und Javier Milei haben zwei rechtslibertäre Protagonisten die politische Bühne betreten, die das neoliberale Programm rücksichtslos zu voller Geltung bringen wollen. Erfolgreich sind sie, weil sie sich als „Macher“ profilieren. Dafür lügen sie und bereichern ihre Netzwerke. Schon längst sind ihre Forderungen nach massiven Sozialkürzungen, den Abbau sozialer Errungenschaften und weitreichende Privatisierung von staatlichen Aufgaben auch in konservativen Kreisen und bei Arbeitgeberverbänden in Deutschland erkennbar.

Für ein besseres Verständnis dieser politischen Praxis hilft der Racket-Begriff der Kritischen Theorie. Er thematisiert Fragen zur Demokratie, zur praktischen Bedeutung von Klassenverhältnissen und zur rechten Reaktion. Der Begriff wird im Seminar vorgestellt und hinsichtlich seiner Brauchbarkeit für gewerkschaftspolitische Überlegungen diskutiert.

Referent: Dr. Kai Lindemann, Geschäftsführer des Berliner Arbeitslosenzentrums, langjähriger Mitarbeiter in der DGB-Bundesvorstandsverwaltung und Autor des Buchs Die Politik der Rackets - zur Praxis der herrschenden Klassen (Dampfboot-Verlag).

Termin: Samstag, 21.03.2026, 10:30 – 17:00 Uhr
Ort: Restaurant Estragon, Jakobstr. 19, 90402 Nürnberg
Teilnahmebeitrag: 15 Euro (inkl. Getränke und Mittagsimbiss)
Anmeldung per Mail.

Soziale Bewegungen - Ursprünge und Aussichten

Terminverschiebung auf Samstag, 20.06.2026

Rechte und autoritäre Bewegungen werden weltweit stärker. Diese Entwicklung geht mit einer Schwächung sozialer Bewegungen einher, die für progressive gesellschaftliche Veränderungen kämpfen.

Soziale Bewegungen bildeten sich, als das Adjektiv „sozial“ zu einem Kampfbegriff wurde. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts tauchen sie in verschiedenen Formen auf und lassen sich als einen Erfahrungszusammenhang verstehen; die Akteur:innen streiten darum, in Freiheit und Gleichheit das Leben zu ändern und die Welt zu verändern. Dazu gehörten und gehören ganz entscheidend auch die Gewerkschaften. Damit sind soziale Bewegungen von rechten und autoritären Bewegungen ebenso abzugrenzen, wie von Aufständen und Unruhen, Protesten und Revolutionen.

Das Seminar zeichnet die Entstehung und Entwicklung zentraler sozialer Bewegungen nach. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, worauf es ankam und ankommt, damit sich soziale Bewegungen entfalten – und welche gewerkschaftspolitischen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind.

Referentin: Dr. Annette Ohme-Reinicke, Soziologin und Autorin des Buchs Soziale Bewgungen - Ursprünge und aktuelle Formen (Schmetterling-Verlag).

Termin: Samstag, 20.06.2026, 10:30 – 17:00 Uhr
Ort: Münchner Aids-Hilfe, Lindwurmstr. 71 (Rückgebäude), Raum 0.1
Teilnahmebeitrag: 15 Euro (inkl. Getränke und Mittagsimbiss)
Anmeldung per Mail.

 

Die extreme Rechte in Bayern - Akteur:innen, aktuelle Entwicklungen und gewerkschaftliche Gegenstrategien

Online-Veranstaltung am Mittwoch, 28.01.2026, 19:30-21:30 Uhr

Rechtsextreme Kräfte gewinnen auch in Bayern zunehmend an Einfluss. Sie treten nicht nur in Parteien und Organisationen, sondern auch im Alltag immer offener in Erscheinung. Ihre Strategie besteht im Kern darin, gesellschaftliche Konflikte und betriebliche Problemlagen im Sinne ihrer Ideologien zu instrumentalisieren. Für Gewerkschaften und engagierte Beschäftigte stellt dies eine wachsende Herausforderung dar.

Die Veranstaltung wirft einen aktuellen Blick auf die extreme Rechte in Bayern: Wer sind die zentralen Akteur:innen? Welche Entwicklungen und Strategien lassen sich derzeit beobachten? Und wie können Gewerkschaften diesen Tendenzen wirksam entgegentreten?

Neben einem Überblick über die aktuelle Situation steht der Austausch über gewerkschaftliche Handlungsmöglichkeiten im Mittelpunkt. Die Veranstaltung richtet sich an Gewerkschafter:innen, Betriebs- und Personalrät:innen sowie alle Interessierten, die sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzen möchten.

Referenten: Robert Andreasch, Rechtsextremismus-Experte, Mitarbeiter von a.i.d.a. (Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V.), und Stefan Dietl, Journalist, Buchautor und Gewerkschafter.

Beide sind Autoren der DGB-Broschüre #noAfD - keine Alternative für Beschäftigte.

In Kooperation mit dem DGB Bayern.

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung per .

Die ökologische Frage bei Marx und im Marxismus

Tagesseminar am Samstag, 06.12.2025 in München

Entgegen verbreiteten Annahmen gibt es im Marxismus eine lange Tradition der Beschäftigung mit der ökologischen Frage. Mittlerweile betonen zahlreiche Interpret:innen, dass sich bereits Marx und Engels selbst (und deren Zeitgenossen) mit dem Problem der gesellschaftlichen Naturzerstörung befasst haben. Vom Zeitalter des klassischen Marxismus der Arbeiterbewegung (Morris, Pannekoek) über die marxistische Heterodoxie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Wolfgang Harich) bis hin zu den „tausend Marxismen“ (Bensaid) der Gegenwart reicht der historische Entwicklungsstrang des marxistischen Ökosozialismus.

Das Seminar gibt einen geschichtlich-theoretischen Überblick über diese Entwicklung. Ein thematischer Schwerpunkt liegt dabei auf der sachlichen Kritik an ausgewählten Texten und Argumenten.#

Referent: Dr. habil. Jan Hoff, Historiker und Politikwissenschaftler

Termin: Samstag, 06.12.2025, 10:30 – 17:00 Uhr
Ort: Münchner Aids-Hilfe, Lindwurmstr. 71 (Rückgebäude), Studio
Teilnahmebeitrag: 10 Euro (inkl. Getränke und Mittagsimbiss)
Anmeldung per Mail.

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