Theorie für eine verändernde Praxis

Das gewerkschaftspolitische Bildungsprogramm 2026

In Zeiten rasanter und tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche ist theoretische Orientierung nötiger denn je. Mit unserem Bildungsangebot möchten wir Räume zur Verfügung stellen, in denen Orientierungsprozesse in solidarischer Zu­sammenarbeit stattfinden können. Hier der Überblicksflyer mit unseren Tagesseminaren in München und Nürnberg.

Gewerkschaftspolitische Tagesseminare 2026

Kapitalismus und Kapitalismuskritik - Einführungskurs

Kontakt

DGB Bildungswerk Bayern
Neumarkter Str. 22
81673 München

Tel. 089 / 55 93 36 41

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Was noch kommt und was Sie verpasst haben:

Die Freiheit, die sie meinen: Der Faschismus im 21. Jahrhundert

Tagesseminar am Samstag, 25.07.2026, 10:30 - 17:00 Uhr in München

Ob Trump, Meloni oder Orban: Rechte Bewegungen erringen weltweit die Macht, Demokratien werden autoritärer. Grundlegende Bürger:innen- und Menschenrechte gelten nicht mehr, hart erkämpfte Arbeiter:innenrechte werden abgeschafft. Geflüchtete, sexuelle Minderheiten, Antifaschist:innen und Linke erfahren zunehmend Verfolgung.

In diesem Seminar untersuchen wir diesen globalen Trend: Was sind seine Ursachen? Wie hängt er mit dem Neoliberalismus zusammen? Findet er auch hierzulande statt? Im Zuge dessen führt der Workshop in die Geschichte und Gegenwart des Faschismus ein, erklärt Faschismustheorien und bietet Ansätze zum Verständnis der autoritären Transformation unserer Gesellschaft.

Referent: Dr. Sebastian Schuller, arbeitet zu Neoliberalismus, Spät-Kapitalismus, Antisemitismus und Verschwörungsdenken. Zuletzt ist in der Edition Assemblage sein gleichnamiges Buch zu Verschwörungsdenken und Neoliberalismus erschienen ("Die Freiheit, die sie meinen", 2024).

Termin: Samstag, 25.07.2026, 10:30 - 17:00 Uhr
Ort: Münchner Aids-Hilfe, Lindwurmstr. 71 (Rückgebäude)
Teilnahmebeitrag: 15 Euro (inkl. Getränke und Mittagsimbiss)
Anmeldung erforderlich per Mail.

 

Soziale Bewegungen - Ursprünge und Aussichten

Tagesseminar am Samstag, 27.06.2026 in München

Rechte und autoritäre Bewegungen werden weltweit stärker. Diese Entwicklung geht mit einer Schwächung sozialer Bewegungen einher, die für progressive gesellschaftliche Veränderungen kämpfen.

Soziale Bewegungen bildeten sich, als das Adjektiv „sozial“ zu einem Kampfbegriff wurde. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts tauchen sie in verschiedenen Formen auf und lassen sich als einen Erfahrungszusammenhang verstehen; die Akteur:innen streiten darum, in Freiheit und Gleichheit das Leben zu ändern und die Welt zu verändern. Dazu gehörten und gehören ganz entscheidend auch die Gewerkschaften. Damit sind soziale Bewegungen von rechten und autoritären Bewegungen ebenso abzugrenzen, wie von Aufständen und Unruhen, Protesten und Revolutionen.

Das Seminar zeichnet die Entstehung und Entwicklung zentraler sozialer Bewegungen nach. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, worauf es ankam und ankommt, damit sich soziale Bewegungen entfalten – und welche gewerkschaftspolitischen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind.

Referentin: Dr. Annette Ohme-Reinicke, Soziologin und Autorin des Buchs Soziale Bewegungen - Ursprünge und aktuelle Formen (Schmetterling-Verlag).

Termin: Samstag, 27.06.2026, 10:30 – 17:00 Uhr
Ort: KKV Hansa Haus, Brienner Straße 39 Rgb., 80333 München
Teilnahmebeitrag: 15 Euro (inkl. Getränke und Mittagsimbiss)
Anmeldung per Mail.

Ökosozialismus - Geschichte und Aktualität einer Debatte

Tagesseminar am Samstag, 09.05.2026 in Nürnberg

Schon Marx und Engels hatten die Zerstörung der Natur und die Ausbeutung des Menschen als Folge der Maßlosigkeit des Kapitals im Blick. Umweltzerstörung ist ihnen zufolge bestimmt als stoffliche Seite der monetären Kapitalverwertung. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten eine Reihe von Theoretiker:innen diesen Gedanken weiter zu einer Kritik der Technik, der Arbeit und des Konsums. Im Kontext der modernen Umweltbewegung wurden Begriffe wie Ökosozialismus und Ökomarxismus geprägt, unter denen theoretische und politische Alternativen diskutiert wurden. Mittlerweile hat die Verwüstung ein solches Ausmaß erreicht, das ökologisch orientierte Linke von einem neuen geophysikalischen Erdzeitalter sprechen, dem Anthropozän oder Kapitalozän.

Das Seminar gibt einen einführenden Überblick über die Debatte von Karl Marx bis in die Gegenwart. Die verschiedenen Ansätze werden vorgestellt, kritisch diskutiert und hinsichtlich ihrer politischen Konsequenzen befragt. Eine wichtige Frage ist dabei, wie sich die Gewerkschaften zu diesen Entwicklungen verhalten.

Referenten: Peter Bierl, Journalist und Buchautor und Wolfgang Veiglhuber, Mitarbeiter in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit

Termin: Samstag, 09.05.2026, 10:30 – 17:00 Uhr
Ort: Gewerkschaftshaus Nürnberg, Kornmarkt 5-7, 7. Stock, Raum bc
Teilnahmebeitrag: 15 Euro (inkl. Getränke und Mittagsimbiss)
Anmeldung per Mail.

Recht und Herrschaft in der bürgerlichen Gesellschaft

Tagesseminar am Samstag, 18.04.2026 in München

In unseren modernen Gesellschaften scheint ein Leben ohne Recht nicht mehr denkbar zu sein. Fast alle Lebensbereiche und Institutionen – von der Mietwohnung bis zur Ausländerbehörde – sind juristisch konstituiert. Unser Recht garantiert Grundrechte wie beispielsweise Menschenwürde und Gleichheit. Es sichert zugleich Vertragsschlüsse zwischen Freien und Gleichen. Dennoch werden Armut und Ungleichheit nicht beseitigt, sondern stellen sich vielmehr stets aufs Neue her.

Das Seminar geht der Frage auf den Grund, wie das sein kann, was Recht in der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft ist, wie in diesem Zusammenhang Herrschaft funktioniert und warum es sich dennoch lohnen kann, um Rechte zu kämpfen.

Referentin: Anne-Kathrin Duncker, juristische wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Menschenrechte

Termin: Samstag, 18.04.2026, 10:30 – 17:00 Uhr
Ort: Münchner Aids-Hilfe, Lindwurmstr. 71 (Rückgebäude), Raum Act Up (vormalig 0.1)
Teilnahmebeitrag: 10 Euro (inkl. Getränke und Mittagsimbiss)
Anmeldung per Mail.

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