Ein Gespenst geht um in Bayern:

das gewerkschaftspolitische Seminarprogramm

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, manchmal muss auch ein guter Vortrag her. Deshalb gibt es selbstverständlich 2018 wieder zahlreiche Angebote zu gesellschaftskritischen Themen. Hier eine Übersicht.

DGB Bildungswerk Bund

14.06.2017. Sachgrundlose Befristungen - ein Massenphänomen

09.06.2017. Großbritannien: Erfolg für Labour, Wahlpleite für May

29.03.2017. Energiewende

Was noch kommt und was Sie verpasst haben:

Fachtagung: Gewerkschaftliche Bildungsarbeit - Stand und Perspektiven

Das Ziel der Fachtagung zur gewerschaftlichen Bildungsarbeit ist es, einen Austausch zwischen den Akteurinnen und Akteuren in der gewerkschaftlichen Bildungslandschaft in Bayern zu ermöglichen, um voneinander zu lernen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu erörtern.

Bildungsarbeit ist ein fester Bestandteil gewerkschaftlicher Arbeit seit den Anfängen der Bewegung im 19. Jahrhundert. Die damals in ganz Deutschland entstehenden Arbeiterbildungsvereine hatten ein Bildungsverständnis mit emanzipatorischem Ziel: Bildung sollte die Selbstbefreiung  der Arbeiter/innen aus gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen vorantreiben. „Wissen ist Macht“ (Wilhelm Liebknecht) lautete die Parole, mit der sich die Bewegung ein ursprünglich bürgerliches Ideal anzueignen versuchte – mit all den damit verbundenen Widersprüchen.

Wir wollen uns im Rahmen der Tagung sowohl mit grundsätzlichen Fragen als auch mit aktuellen Herausforderungen befassen, u.a.:

  • Was sind heute Ziele und Grundsätze gewerkschaftlicher Bildungsarbeit?
  • Welche Bedeutung hat sie für die gewerkschaftliche Arbeit insgesamt?
  • Welche gesellschaftlichen Tendenzen sind hierbei besonders relevant?
  • Welche aktuellen Probleme gibt es, wie können Zukunftsperspektiven aussehen?

Das Ziel der Tagung ist es, einen Austausch zwischen den Akteuren in der gewerkschaftlichen Bildungslandschaft in Bayern zu ermöglichen, um voneinander zu lernen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu erörtern. Die Veranstaltung richtet sich daher primär an Kolleginnen und Kollegen, die haupt- oder ehrenamtlich in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit aktiv sind.


Referent/innen
Prof. Dr. Klaus Weber, Hochschule für angewandte Wissenschaften München
Ursula Stöger, ver.di Landesbezirk Bayern
Jürgen Bänsch, IG Metall Bezirk Bayern
Johannes Specht, NGG Landesbezirk Bayern
Manuel Rühle, DGB Bildungswerk Bayern

Veranstaltungsbeginn: Samstag 29. September 2018, 10:00 Uhr
Veranstaltungsende: Samstag, 29. September 2018, 17:00 Uhr
Ort: DGB-Haus München, Schwanthalerstraße 64, 80336 München
Anmeldung:

 

Wir wollen uns im Rahmen der Tagung sowohl mit grundsätzlichen Fragen als auch mit aktuellen Herausforderungen befassen, u.a.:

- Was sind heute Ziele und Grundsätze gewerkschaftlicher Bildungsarbeit?

- Welche Bedeutung hat sie für die gewerkschaftliche Arbeit insgesamt?

- Welche gesellschaftlichen Tendenzen sind hierbei besonders relevant?

- Welche aktuellen Probleme gibt es, wie können Zukunftsperspektiven aussehen?

Das Ziel der Tagung ist es, einen Austausch zwischen den Akteuren in der gewerkschaftlichen Bildungslandschaft in Bayern zu ermöglichen, um voneinander zu lernen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu erörtern. Die Veranstaltung richtet sich daher primär an Kolleginnen und Kollegen, die haupt- oder ehrenamtlich in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit aktiv sind.

Referent/innen

Prof. Dr. Klaus Weber, Hochschule für angewandte Wissenschaften München

Ursula Stöger, ver.di Landesbezirk Bayern

Jürgen Bänsch, IG Metall Bezirk Bayern

Johannes Specht, NGG Landesbezirk Bayern

Manuel Rühle, DGB Bildungswerk Bayern

07. Juli: Fragmentierung der Lohnarbeit

Die Lohnarbeit hat sich in den letzten Jahren enorm verändert – zumindest, was das Normalarbeitsverhältnis (NAV) der deutschen „Arbeitsgesellschaft“ betrifft. Die Soziologien Dr. Ana Cárdenas Tomažič stellt am 07. Juli die Transformationsprozesse dar und diskutiert über die Möglichkeiten gewerkschaftlichen Handelns.

Die Lohnarbeit hat sich in den letzten Jahren enorm verändert – zumindest, was das Normalarbeitsverhältnis (NAV) der deutschen „Arbeitsgesellschaft“ betrifft. Atypische Arbeitsverhältnisse, d.h. Teilzeitbeschäfti­gungen, Zeitarbeitsverhältnisse sowie befristete und geringfügige Beschäftigungen nehmen kontinuierlich zu. Der Niedrig­lohn­sektor hat sich als ein Arbeitsmarktsegment in Deutschland fest etabliert. Dieses ist das Ergebnis vielfältiger Transformationsprozesse auf der Ebene des Staates, der Unternehmen und der Erwerbsbevölkerung. Wie sind diese Transformationsprozesse genau zu ver­stehen?

Im Rahmen der sozialwissenschaftlichen Debatte sind verschiedene Begriffe und damit verbundene Thesen entstanden, die zur Diskussion dieser Frage beigetragen haben: Flexibilisierung, Entgrenzung und Prekari­sierung von Erwerbsarbeit. In diesem Seminar soll die Fragmentierung der Lohnarbeit als ein weiterer theoretischer Beitrag zu dieser Debatte kritisch diskutiert werden.

Wenn die Arbeitsgesellschaft eine gewisse soziale Ordnung geschaffen hat, bedeuten diese Tendenzen dann, dass diese Ordnung sich in verschiedenen „Fragmente“ zer­splittert? Oder besteht die heutige Arbeits­gesellschaft eher aus alten und neuen Arbeitsmarktsegmenten bzw. -fragmenten, die untereinander konkurrieren oder sich sogar ergänzen? Wenn das so ist, welche Wechselverhältnisse sind zwischen diesen Arbeitsmarktfragmenten zu beobachten? Schließlich gehen wir der Frage nach, welche sozialen Konsequenzen und Herausforder­ungen mit der Frag­mentierung der Lohnarbeit verbunden sind. Dabei wollen wir vor allem die Möglichkeiten gewerkschaftlichen Handelns gemeinsam diskutieren.

Referentin: Dr. Ana Cárdenas Tomažič, Soziologin, Institut für sozialwissenschaftliche Forschung München

Seminarbeginn: Samstag 07. Juli 2018, 10:00 Uhr
Seminarende: Samstag, 07. Juli 2018, 17:30 Uhr
Teilnahmebeitrag: 5 Euro
Seminarort: DGB-Haus München, Schwanthalerstraße 64, 80336 München
Anmeldung:

17. Juli: Industrie 4.0 - zum Stand der gewerkschaftlichen Diskussion

Stichworte wie „Industrie 4.0“ und „Digitalisierung der Arbeit“ stehen für eine Dynamik der Produktivkraftentwicklung, die unsere Gesellschaft in den kommenden beiden Jahrzehnten enorm verändern wird. Wir werden mit weniger Arbeit denn je immer größere Mengen stofflichen Reichtums schaffen können. Macht das noch mehr Menschen systemlogisch „überflüssig“, so drohen riesige soziale Verwerfungen.

Doch es bieten sich auch ungeahnte Chancen. Massive Arbeitszeitverkürzungen könnten eine neue Antwort auf eine alte Frage ermöglichen: Was heißt Zugang zum gesellschaftlichen Reichtum? Wird die bisherige gewerkschaftliche Debatte der Dimension des Problems und den neuen Möglichkeiten gerecht?

Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Hier geht es zur Anmeldung.

 

 

23. Juni: Staat und Politik in der Marxschen Theorie

Die Analysen des Staates gehen in der Linken weit auseinander. Das Spektrum der Interpretationen reicht von der Idealisierung bis zur Dämonisierung, von der Übernahme des Staates bis zu seiner Abschaffung. Ein Seminartag zum Staate mit Moritz Zeiler.

Während der Staat für die einen als Garant des Allgemeinwohls gilt, betrachten ihn andere als das Instrument der kapitalistischen Klassenherrschaft. Wieder andere sehen in ihm das Terrain sozialer Kämpfe.

Im Seminar werden die zentralen Thesen marxistischer Theorie zum Staat präsentiert: Die fragmentarischen Überlegungen bei Marx und Engels, die instrumentelle Staatstheorie bei Lenin, die Hegemonietheorien des Westlichen Marxismus von Gramsci, Althusser und Poulantzas sowie die Analysen von Paschukanis zum Verhältnis von Warenform, Rechtsform und Staatsform und später daran anknüpfende Arbeiten von Agnoli, Holloway und anderen.

Zuletzt wird diskutiert, dass die Linke kein Monopol auf die Kritik des bürgerlichen Staates besitzt. Angriffe auf bürgerliche Rechte und parlamentarische Demokratie aus konservativen bis faschistischen Kreisen sind keine reinen Krisenphänomene, sondern stellen die Linke permanent vor Herausforderungen. Nach einem einleitenden Überblick werden gemeinsam zentrale Textpassagen gelesen und diskutiert.

Das Seminar richtet sich an alle interessierten Kolleginnen und Kollegen.

Referent: Moritz Zeiler, Historiker und Politikwissenschaftler

Seminarbeginn: Samstag 23. Juni 2018, 10:00 Uhr
Seminarende: Samstag, 23. Juni 2018, 17:30 Uhr
Teilnahmebeitrag: 5 Euro
Seminarort: DGB-Haus München, Schwanthalerstraße 64, 80336 München
Anmeldung:

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