Theorie für eine verändernde Praxis

Das gewerkschaftspolitische Bildungsprogramm 2021

In Zeiten rasanter und tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche ist theoretische Orientierung nötiger denn je. Mit unserem Bildungsangebot möchten wir Räume zur Verfügung stellen, in denen Orientierungsprozesse in solidarischer Zu­sammenarbeit stattfinden können. Hier eine Übersicht der kommenden Veranstaltungen.

Gewerkschaftspolitisches Programm 2021

Kontakt

DGB Bildungswerk Bayern
Neumarkter Str. 22
81673 München

Tel. 089 / 55 93 36 41

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Was noch kommt und was Sie verpasst haben:

Das gewerkschaftspolitische Programm 2015 steht

Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen“ (Theodor W. Adorno)

 

 

 

 

17. Januar: Friedrich August von Hayek
24. Januar: Ökonomische Transformation in Osteuropa seit 1989/1991
07. Februar: Ukraine-Russland-EU-USA: Eine Konfliktanalyse
21. Februar: Sarrazin und die Eugenik-Diskussionen der Rechten
07. März: Das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP
14. März: Frühbürgerliche Denker: Thomas Hobbes und John Locke
18. April: Alternativen 1: Emanzipatorisches Denken in Krisenzeiten
25. April: Fordismus und Postfordismus
09. Mai: Kulturindustrie und Ideologie
23. Mai: G 7 – Gipfel in Elmau – Analyse und Bewertung
13. Juni: Klassismus – Die Verachtung der unteren Klassen
27. Juni: Flucht und Flüchtlingspolitik
04. Juli: Alternativen 2: Karl Polanyi – The Great Transformation
18. Juli: Staat und Recht in der Marxschen Theorie
19. September: Die AfD im politischen System
26. September: Sozialdemokratie, Staat und Sozialismus bei Willy Huhn
10. Oktober: Nationalstaatsbildung und Kapitalismus im 18. und 19. Jhr.
17. Oktober: Die Faschismustheorie der Komintern
14. November: Islamistischer Fundamentalismus – Worum geht es da?
21. November: Zukunftsperspektiven der Gewerkschaften
12. Dezember: Joseph A. Schumpeter zum Einstieg

Näheres ist dem Flyer zu entnehmen.

 

6. Dezember: Das Bewusstsein von abhängig Beschäftigten in der Krise

Das Seminar beschäftigt sich mit den Erfahrungen und Wahrnehmungen der Krise im Betrieb: Wie hat sich die Krise auf den Arbeitsalltag von Beschäftigten ausgewirkt und welche Schlussfolgerungen ziehen Beschäftigte aufgrund ihrer betrieblichen Erfahrungen?

Verglichen mit anderen europäischen Staaten scheint Deutschland die Krise weitgehend konfliktfrei bewältigt zu haben. Die Rede ist von einem „German miracle", das als später Erfolg eines spezifisch deutschen Modells des Kapitalismus (koordinierte Marktökonomie, Sozialpartnerschaft etc.) gepriesen wird. Diesem einseitigen Bild der Krisenbewältigung sollen die innerbetrieblichen Erfahrungen entgegengesetzt werden.

Das „German miracle" beruht wesentlich auf einer „Ultraflexibilisierung" in den Unternehmen, die massive Belastungen für die Beschäftigten bedeutet. Nicht zuletzt brodelt unter der „friedlichen Oberfläche" ein hohes Potenzial an Unzufriedenheit und Wut, das bisher allerdings kein Ventil gefunden hat. Proteste und Widerstand sind in Deutschland tatsächlich weitgehend ausgeblieben. Eine Ausnahme bilden die sozialen Dienstleistungen und insbesondere die Aktivitäten der Erzieherinnen. Welche sind die Ursachen, dass es gerade in diesem Bereich zu einer interessenpolitischen Aktivierung kommt?

Das Seminar behandelt auf Grundlage zweier empirischer Studien Fragen der Wahrnehmung der Wirtschaftskrise im Betrieb und ihre interessenpolitischen Konsequenzen. Diskutiert werden Ergebnisse aus Interviews mit Vertrauensleuten und Betriebsräten aus der Automobil-, Metall- und Textilindustrie sowie dem öffentlichen Dienst.

Anhand von Interviewpassagen sollen zentrale Ergebnisse zur Diskussion gestellt und gemeinsam mögliche Perspektiven der Interessenpolitik erarbeitet werden.

Referentin: Sarah Nies, Diplomsoziologin und Sozialforscherin am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) München

Anmeldeschluss: Freitag, 28. November 2014
Seminarbeginn: Samstag, 6. Dezember 2014, 10:00 Uhr
Seminarende: Samstag, 6. Dezember 2014, 17:30 Uhr
Seminarort: DGB-Haus München, Schwanthalerstraße 64, 80336 München
Anmeldung: siehe Flyer

29. November: Eine Einführung in das Denken von John Maynard Keynes

Inwieweit bieten die theoretischen Ausarbeitungen von Keynes heutzutage Ansatzpunkte für eine alternative Wirtschafts- und Sozialpolitik? Dieser Frage wird im kommenden Seminar mit dem Sozialwissenschaftler Michael Wendl nachgegangen.

Die Entwicklung im Wirtschafts- und Finanzsystem in den letzten Jahren hat auf den ersten Blick viele „unerschütterliche“ Gewissheiten der „neoliberalen“ Jahre ins Wanken gebracht. Selbst manche Gedanken des bekannten Ökonomen John Maynard Keynes (1883 – 1946) – viele Jahre in Politik und Wissenschaft als antiquiert und überholt abqualifiziert – erlebten teilweise eine unverhoffte Renaissance. Vielen erscheinen die „Selbstheilungskräfte des Marktes“ als offensichtlich überfordert, der Mehrheit der Leute ein einigermaßen auskömmliches Leben zu ermöglichen. Daraus werden unter-schiedliche Schlüsse gezogen. Unter anderem wurde und wird vermehrt über Keynes, seine theoretischen Grundlagen und mögliche wirtschaftspolitische Strategien diskutiert, Stichwort: Keynesianismus.
Keynes‘ Wirtschaftstheorie hat sich als gegen die neoklassische Schule gerichtete Antwort auf die Weltwirtschaftskrise 1929 begriffen. Gegen die Neoklassik wurde eingewandt, dass Produktion und Beschäftigung von der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage be-stimmt werden. Ökonomische Krisen und Arbeitslosigkeit sind Keynes zufolge keine quasi von „außen“ verursachten Störungen eines eigentlich gut funktionierenden Systems, sondern ergäben sich aus den Funktionsprinzipien des (kapitalistischen) Wirtschaftssystems selbst.


Keynes setzt gegen die mikroökonomisch argumentierende Neoklassik auf ein makroökonomisches Konzept, wobei dem Staat eine wichtige Rolle zukommt. Hierbei spielen die Einschätzung von Rolle und Funktion des Geldes wie der gesamtgesellschaftlichen Nachfrage eine zentrale Rolle.
Keynes ging es nicht um die Überwindung des Kapitalismus, im Gegenteil, ihn trieb die Sorge um dessen Erhaltung, weswegen er für staatliche Eingriffe in die Wirtschaft stritt. Trotzdem wurden in den Diskussionen über den Keynesianismus nach 1945 doch auch immer wieder Berührungspunkte mit marxistischen Ansätzen behauptet. Außerdem existieren innerhalb der sich auf Keynes beziehenden Ökonomen unterschiedliche Strömungen in den theoretischen und wirtschaftspolitischen Auseinandersetzungen: Linkskeynes-ianismus, Postkeynesianismus, Monetär-keynesianismus etc. All das wird im Seminar erörtert, bevor am Ende die Frage in den Mittelpunkt rückt, inwieweit die theoretischen Ausarbeitungen von Keynes heutzutage Ansatzpunkte für eine alternative Wirtschafts- und Sozialpolitik zu bieten in der Lage sind.

Refernet: Michael Wendl

Anmeldeschluss: Freitag, 21. November 2014
Seminarbeginn: Samstag, 29. November 2014, 10:00 Uhr
Seminarende: Samstag, 29. November 2014, 17:30 Uhr
Seminarort: DGB-Haus München, Schwanthalerstraße 64, 80336 München
Anmeldung: siehe Flyer

15. November: Max Weber: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus

Im kommenden Seminar werden die wichtigsten Thesen Max Webers dargestellt und kritisch daraufhin befragt, inwieweit sie zu einer Erklärung der Herausbildung des Kapitalismus geeignet sind.

Max Weber (1864 – 1920), Soziologe, Jurist und Nationalökonom, gilt als ein Klassiker der Soziologie und der Kultur- und Sozialwissenschaften insgesamt. Neben diversen Fragestellungen befasste sich Weber intensiv mit Problemen des Kapitalismus und seiner Eigenarten. Neben dem großen Werk Wirtschaft und Gesellschaft ist das in diesem Seminar zu behandelnde Werk Die pro-testantische Ethik und der Geist des Kapitalismus weltweit bekannt und auch verbreitet. Es zählt zu den wichtigsten nicht an der Marxschen Theorie orientierten Arbeiten zur kapitalistischen Produktionsweise und ihren Voraussetzungen. Neben großer Zustimmung ist diese Arbeit auch auf erhebliche Kritik gestoßen.


Nach Weber besteht zwischen der protestantischen Ethik und der Herausbildung des Kapitalismus in Westeuropa ein enger Zusammenhang, nicht aber eine echte Kausalität. Wichtig ist ihm die Frage der Gesinnung, bestimmte Glaubensinhalte also, die das Ethos einer bestimmten – hier: der kapitalistischen – Wirtschaftsweise be-dingen, bzw. begünstigen. So erscheint ihm der Charakter des Kapitalbesitzes und des Unternehmertums vorwiegend protestantisch zu sein – mit hin die vernunftmäßige Ethik des asketischen (enthaltsamen) Protestantismus. Weber geht es um das Zusammentreffen religiöser und ökonomischer Bedingungen.


Der protestantische Puritanismus (rationaler bürgerlicher Betrieb und rationale Organisation der Arbeit) verpflichte die einzelnen ökonomisch tätigen Menschen, zum Ruhme Gottes Besitztum zu erhalten und durch den rastlosen Einsatz von Arbeit zu vermehren. So konstituiert sich nach Weber der „moderne Wirtschaftsmensch“ als Träger der kapitalistischen Ausdehnung.
Im Seminar werden die wichtigsten Thesen Max Webers hierzu dargestellt und kritisch daraufhin befragt, inwieweit sie zu einer Erklärung der Herausbildung des Kapitalismus geeignet sind.

Referent: Dr. Alexander Klier, Philosoph

Anmeldeschluss: Montag, 10. November 2014
Seminarbeginn: Samstag, 15. November 2014, 10:00 Uhr
Seminarende: Samstag, 15. November 2014, 17:30 Uhr
Seminarort: DGB-Haus München, Schwanthalerstraße 64, 80336 München
Anmeldung: siehe Flyer


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