Theorie für eine verändernde Praxis

Das gewerkschaftspolitische Bildungsprogramm 2021

In Zeiten rasanter und tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche ist theoretische Orientierung nötiger denn je. Mit unserem Bildungsangebot möchten wir Räume zur Verfügung stellen, in denen Orientierungsprozesse in solidarischer Zu­sammenarbeit stattfinden können. Hier eine Übersicht der kommenden Veranstaltungen.

Gewerkschaftspolitisches Programm 2021

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DGB Bildungswerk Bayern
Neumarkter Str. 22
81673 München

Tel. 089 / 55 93 36 41

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Was noch kommt und was Sie verpasst haben:

Wirtschaftskriege, Verteilungskämpfe und Impfstoff-Nationalismus - Weltpolitik in Corona-Zeiten

Online-Vortrag mit Jörg Kronauer am Dienstag, 16.02.21 von 20:00 – 21:30 Uhr

Die Spannungen in der internationalen Politik haben sich in und mit der Coronakrise weiter zugespitzt. Der Bundesregierung ist es zwar gelungen, die Konflikte in der EU etwas einzudämmen; sie schwelen allerdings unter der Oberfläche fort und drohen erneut aufzubrechen. Auf globaler Ebene hat sich vor allem der Machtkampf zwischen den Vereinigten Staaten und China mit allerlei US-Sanktionen weiter verschärft. Während die EU versucht, ihre Wirtschaftsbeziehungen sowohl in die USA als auch nach China zu bewahren, scheitert sie daran, ihren Einfluss in den Ländern Afrikas und Lateinamerikas mit der Lieferung bitter benötigter Impfstoffe zu sichern: Trotz ihres Impfstoff-Nationalismus' nicht einmal in der Lage, die eigene Bevölkerung zu versorgen, muss sie zusehen, wie China und Russland ärmere Staaten mit Vakzinen ausstatten und so ihre dortige Stellung stärken.

Jörg Kronauer ist Journalist und Autor mit den Schwerpunkten Neofaschismus und internationale Politik. Letzte Buchveröffentlichungen: Der Rivale – Chinas Aufstieg zur Weltmacht und die Gegenwehr des Westens (2019); Meinst Du, die Russen wollen Krieg? Russland, der Westen und der zweite Kalte Krieg (2018)

Die Veranstaltung ist kostenlos. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung per erforderlich.

Freizeit nimmer, Arbeit immer? Virus – Krise – Gewerkschaft

Online-Vortrag mit Stefan Dietl am Dienstag, 09.02.21 von 20:00 – 21:30 Uhr

Auf die gesundheitlichen Gefahren der COVID-19-Pandemie reagiert die Politik in Deutschland bisher fast ausschließlich mit Einschränkungen im privaten Bereich. Während Bibliotheken und Gaststätten geschlossen sind und strikte Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen gelten, bleiben Großraumbüros, Verwaltungen und Fabriken weitgehend unreguliert und werden regelmäßig zu Infektions-Hotspots. Die Arbeitenden tragen jedoch nicht nur die gesundheitlichen Risiken der Pandemie, auf sie werden auch die ökonomischen Kosten der Krise verlagert.

Stefan Dietl, Autor der Bücher „Die AfD und die soziale Frage“ und „Prekäre Arbeitswelten – von digitalen Tagelöhnern bis zur Generation Praktikum“, wirft einen kritischen Blick auf die bisherigen Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung und geht der Frage nach, warum aus staatlicher Perspektive auch während einer Pandemie die Produktion ungehindert weiterlaufen muss.

Die Veranstaltung ist kostenlos. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung per erforderlich.

Corona und die Verwundbarkeit der Eigentumslosen

Online-Tagesseminar am Samstag, 05.12.20 mit Dr. Sabine Nuss

Die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie stürzte viele Menschen in eine existenzielle Krise. Jene, die bereits vor der Pandemie wenig Einkommen hatten oder in prekärer Beschäftigung standen, waren überdurchschnittlich oft von Gehalts- und Jobverlust betroffen. Demgegenüber standen andere, die ihrerseits überdurchschnittlich von der Krise profitierten und ihr Vermögen vermehren konnten.

Die Schere zwischen arm und reich ist in den letzten Jahrzehnten deutlich auseinander gegangen, die soziale Ungleichheit verschärfte sich in der von der Pandemie ausgelösten wirtschaftlichen Krise noch. Die nationale Akademie der Wissenschaften, Leopoldina, bestätigte diesen Befund in einer Stellungnahme zur COVID-19-Pandemie im April 2020. Lockerungen wurden angeraten, unter anderem mit Verweis auf die sozialen Verhältnisse: »In ärmeren und eher bildungsfernen Schichten fehlen tendenziell materielle, psychische und soziale Ressourcen.«

Das war richtig beschrieben, nur klang es, wie oft: als ob Armut und Prekarität ein zwar bedauerlicher, aber doch unvermeidbar hinzunehmender Zustand seien, den man nur besser oder schlechter verwalten könne, da er am Ende von den Betroffenen selbst zu verantworten oder schicksalshaft - diesmal aufgrund einer Pandemie - über sie gekommen sei.

Im Seminar soll am Beispiel der Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie diskutiert werden, inwieweit nicht ein Virus, sondern die herrschenden Eigentumsverhältnisse ursächlich sind für die augenfällig mangelnde Widerstandskraft von Mensch und Ökonomie. Dazu wollen wir uns grundsätzlich mit einer auf den ersten Blick schnell zu beantwortenden Frage auseinandersetzen, nämlich: was eigentlich ist Eigentum?

Dr. Sabine Nuss ist Politologin und Publizistin. Sie ist Geschäftsführerin des Karl Dietz Verlag Berlin.

Samstag, 05.12.2020, 10.30 - 15.00 Uhr
Die Teilnahme ist kostenlos.
Anmeldung per .

Der Staat des Kapitals - Johannes Agnolis Staats- und Parlamentarismuskritik

Ein Tagesseminar zur Einführung in das Denken des anarchokommunistischen Politikwissenschaftlers, das heute wieder von beeindruckender Aktualität ist.

Der anarchokommunistische Politikwissenschaftler Johannes Agnoli verfasste 1967 mit seiner berühmten Schrift „Die Transformation der Demokratie“ die theoretische Begründung, warum die außerparlamentarische Opposition der „68er“ (APO) eben gerade außerparlamentarisch sein sollte. Er unterzog die Institutionen Partei und Parlament einer scharfen Kritik und legte dar, welche Mechanismen es sind, die dafür sorgen, dass sich Machtverhältnisse nicht grundlegend ändern.

1975 folgte der Aufsatz „Der Staat des Kapitals“, in dem Agnoli die begrenzten ökonomischen Handlungsmöglichkeiten für linke Parteien oder Bewegungen, den Staat für emanzipatorische Vorhaben zu benutzen, aufzeigt.

Anhand dieser beiden Texte soll im Seminar in das Denken von Johannes Agnoli eingeführt und klassischen linken Strategiediskussionen nachgegangen werden: Bewegung oder Partei, Reformismus oder Revolution? Aber auch jenseits dieser großen Linien bietet Agnoli Anknüpfungspunkte für spannende Debatten über linke Theorie und Praxis. Was bedeutet es für linke parlamentarische oder gewerkschaftliche Strategien, wenn der Staat doch immer die Kapitalakkumulation sicherstellen muss? Und kann man in Zeiten, in denen die parlamentarische Demokratie inklusive der bürgerlichen Freiheitsrechte unter Beschuss von rechts steht, überhaupt Fundamentalkritik von links üben?

Seminarzeiten: Samstag, 24.10.2020, 10.30 - 17.00 Uhr
Seminarort: Gewerkschaftshaus München, Schwanthalerstr. 64, 80336 München
Teilnahmebeitrag: 5,- Euro
Anmeldung per

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