14. November 2026, 09:30–16:00 Uhr

Revolutionäre Selbstorganisation - Rätekommunismus als Theorie und politische Praxis

In den 1920er Jahren entstand, zunächst in den Niederlanden und in Deutschland, der Rätekommunismus als eine selbständige politische Strömung. Die Rätekommunisten teilten die Kritik der Bolschewiki an der Sozialdemokratie, wandten sich aber auf der Grundlage rätedemokratischer Prinzipien von der autoritären Parteidiktatur im postrevolutionären Russland ab. Bedeutende Vertreter dieser Jahre sind der Naturwissenschaftler Anton Pannekoek und der Arbeiterintellektuellen Jan Appel.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich diese Strömung des revolutionären Marxismus in den folgenden Jahrzehnten weiter. Otto Rühle stand in den 1920er Jahren für einen antiautoritären Kommunismus und formulierte in den 1930er Jahren eine linksradikale Version der Totalitarismustheorie („brauner und roter Faschismus“). Paul Mattick begab sich hingegen auf das Feld der Ökonomie und erarbeitete in der Zwischen- und Nachkriegszeit mehrere krisentheoretische Studien.

Das Seminar stellt zentrale Denker und Ansätze des Rätekommunismus vor. Dabei geht es auch auf die Rezeption dieser Theorielinie in der Gegenwart ein.

Referent: Dr. habil. Jan Hoff, Historiker und Politikwissenschaftler

Der Teilnahmebeitrag beträgt 15,- Euro (inkl. Mittagsimbiss).