Technologie- und Innovationsberatung

TIBAY – Die Beratungseinrichtung

Ob Betrieb, Einigungsstelle oder Gericht. Die Sachverständigen von TIBAY helfen Betriebs- und Personalräten in kniffligen Fällen. Zusammen mit unseren Partnern des deutschlandweiten TBS-Netzes entwerfen die TIBAY-Experten Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, Gutachten oder Stellungnahmen.

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Wirtschaftsausschuss Kompakt I

Welche betriebswirtschaftlichen Unterlagen sind für die Arbeit des Wirtschaftsausschusses unerlässlich? Welche Möglichkeiten hat die betriebliche Interessenvertretung,...

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Leistungs- und Verhaltenskontrolle mit IT-Systemen

Nahezu alle IT-Systeme können zur Leistungs- und Verhaltenskontrolle der Beschäftigten genutzt werden und fallen somit unter die betriebliche Mitbestimmung(§ 87 (1)...

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Digitalisierung von Arbeit

Die "Digitalisierung von Arbeit" ist seit längerer Zeit in aller Munde. So vielfältig, wie dieses Phänomen geschildert wird, sind auch die Befürchtungen, Erwartungen...

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SAP aus Sicht der Interessenvertretungen

SAP wird in großen und zunehmend auch in mittelständischen Unternehmen eingesetzt, um die einzelnen Geschäftsprozesse miteinander zu verbinden und sie damit steuer-...

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Wirtschaftsausschuss Kompakt II

Die moderne Betriebswirtschaft hält Einzug in die Unternehmen. Ob Produktions-, Dienstleistungs- oder Sozialbereich: Neue Finanzierungsformen, veränderte...

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vom 05.12.201608.12.2016

Neues aus dem Hause TIBAY

24. September: Digitalisierung der Arbeit und Gewerkschaften

Was ist mit Digitalisierung in der Industrie und im Dienstleistungsbereich gemeint? Was sind die erwartenden Folgen? Eine theoretische Annäherung mit Torsten Weber (TIBAY) und Dr. Ursula Stöger (ver.di Bayern)

„Digitalisierung der Arbeit“, „Industrie 4.0“, „4. Industrielle Revolution“ – diese Schlagworte, bzw. Oberbegriffe befinden sich seit geraumer Zeit im Umlauf, wenn die Zukunft der Ökonomie und der Arbeit diskutiert werden. Ausgangsthese ist, man habe es mit einem grundlegenden Umbruch in der Entwicklung der Produktivkräfte zu tun und nun gelte es, die darin liegenden Chancen für die deutsche Wirtschaft zu nutzen, und seitens der Gewerkschaften gehe es um die humane Gestaltung der künftigen Arbeitsorganisation.

Je nach Blickwinkel werden die Chancen und Risiken vorgetragen, ebenso wie Heilsversprechen hinsichtlich der Steigerungen des Wertschöpfungspotentials sowie Warnungen vor negativen Folgen für die Zahl der Arbeitsplätze und die Qualität der Arbeit. Auch der Staat macht sich die Digitalisierung zum Anliegen und erhofft sich von ihr wirtschaftliche Fortschritte für die Nation. Nach der Brexit-Entscheidung wurde auch die EU aufgefordert, die Digitalisierung in europäischer Dimension zum europäischen Zukunftsthema zu machen. Im Kern geht es um Fortschritte in der Produktivkraft der Arbeit und die damit verbundenen Konsequenzen für Reichtumsproduktion, abhängige Arbeit und die Konkurrenzfähigkeit der nationalen Ökonomien in der internationalen Konkurrenz.

All das wird uns vielfach als Gemeinschaftswerk der „Sozialpartner“ präsentiert, ohne theoretisch und argumentativ der Tatsache Rechnung zu tragen, dass es letztlich um Renditesteigerung geht, deren Voraussetzung die Veränderung des Verhältnisses von Preis und Wirkung der Arbeit ist, also um die Reduzierung der Lohnstückkosten und das Absenken der Herstellungskosten insgesamt.

Referent: Torsten Weber, Leiter der Technologie- und Innovationsberatung in Bayern (Tibay) im DGB Bildungswerk Bayern
Referentin:
Dr. Ursula Stöger, Arbeitssoziologin, Universität Augsburg, Bildungssekretärin ver.di Bayern

Anmeldeschluss: Freitag, 16. September 2016
Seminarbeginn: Samstag, 24. September 2016, 10:00 Uhr
Seminarende: Samstag, 24. September 2016, 17:30 Uhr
Teilnahmebeitrag: 5 Euro
Seminarort: DGB-Haus München, Schwanthalerstraße 64, 80336 München
Anmeldung:

TIBAY entwickelt Management-Verfahren für die Interessenvertretung

Auf der Basis eines Balanced Scorecard-Systems (ausgewogener Berichtsbogen) hat TIBAY ein Verfahren entwickelt, mit dem Betriebs- und Personalratsgremien ihre Ziele einfacher ordnen und erreichen können.

„Viele Gremien leisten hervorragende Arbeit, aber sie befinden sich leider andauernd in der Defensive. Das kann sehr frustrierend sein“, sagt Florian Feichtmeier von der gewerkschaftlichen Beratungseinrichtung TIBAY. „Mit Balanced Scorecard haben Betriebs- und Personalräte ein Werkzeug, um entlang einer definierten Strategie in die Offensive zu gehen, sich vom reagierenden zum agierenden Gremium zu entwickeln“, erklärt der TIBAY-Berater. Balanced Scorecard (BSC) zählt zu den wichtigsten Management-Werkzeugen des jungen 21. Jahrhunderts. Ausgehend von einem grundsätzlichen Unternehmensziel (wie Gewinnmaximierung, Markt- oder Technologieführerschaft) werden kritische Erfolgsfaktoren abgeleitet, die wiederum zur Steuerung des Unternehmens maßgeblich sind.

TIBAY hilft Gremien, sich auf eine gemeinsame Zielsetzung zu einigen

Das Prinzip lässt sich gut auf die Betriebs- und Personalratsarbeit übertragen – nur eben unter geänderten Vorzeichen. Das Hauptziel einer Interessenvertretung unterscheidet sich in der Regel von der Zielsetzung des Managements. Jahresschwerpunkt eines Betriebsrats ist nicht die Profitmaximierung, sondern beispielsweise die leichtere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Im Jahr der Betriebsratswahl könnte das Hauptziel „Betätigung im Amt“ lauten. In einem Krisenjahr liegt der Schwerpunkt womöglich auf dem Schutz der Beschäftigten vor den Auswirkungen der Krise. Da kein Gremium dem anderen gleicht, unterscheiden sich die Zielsetzungen der Gremien auch stark voneinander. TIBAY hilft Gremien im ersten Schritt des Verfahrens, das Hauptziel zu definieren.

Steht das Hauptziel fest, sieht das BSC-Verfahren von TIBAY vier veränderbare Perspektiven vor, die sich gemäß dem Hauptziel ausrichten lassen.

BSC-Perspektiven für Betriebs- und Personalräte

Jede Perspektive untergliedert sich wiederum in Unterziele, denen messbare Kennzahlen und konkrete Maßnahmen zugeordnet werden. Ist das Hauptziel beispielsweise „Bestätigung im Amt“, könnten die Unterziele auf der Karte „Kommunikation“ wie folgt ausbuchstabiert werden. Auf diese Weise wird für jede Perpektive ein Zielkatalog erstellt.

Beispiel-Karte für die Perspektive "Kommunikation"

Mit dem BSC-Verfahren können Betriebs- und Personalräte überprüfbare Marschrouten definieren, die sie ihrem Hauptziel Schritt für Schritt näherbringen. Das Ergebnis passt letztendlich auf ein loses Blatt Papier. Auf einen Blick lässt sich sehen und kontinuierlich überprüfen, wie nahe das Gremium seinem Ziel bereits gekommen ist. Eine BSC-Strategie besteht nicht aus Worthülsen, was sie von vielen anderen Management-Strategien deutlich unterscheidet. Betriebs- und Personalräte haben damit etwas ganz Konkretes in der Hand, um gezielter und strukturierter zu agieren.

Das TBS-Netz lädt ein: Psychische Belastungen angehen - und dranbleiben!

Fachtagung für Betriebs- und Personalräte und andere Beschäftigtenvertretungen vom 22. bis 24. April 2015 in Berlin

Viele Interessenvertretungen in Betrieben und Dienststellen haben die psychischen Belastungen und deren Gefahren für die Gesundheit der Beschäftigten zum Schwerpunktthema gemacht. Arbeitgeber sind aktiv geworden. Doch im betrieblichen Alltag müssen dicke Bretter gebohrt werden, um Stress, Burnout und Krankheit durch Arbeitsverdichtung, Multitasking, ausufernde Arbeitszeiten, Lärm, mangelnde Wertschätzung, Unverein barkeit von Beruf und Familie und vieles mehr zu bekämpfen. Anknüpfend an unsere Tagung 2013 heißt es „sich durchbeißen und dranbleiben“ - denn:

  • Auch bei engagierten Arbeitgebern, guten Handlungsansätzen und Erfolgen ist eine tiefergreifende Prävention für alle Beschäftigtengruppen – inklusive der Führungskräfte – noch selten.
  • Betriebsparteien streiten nach wie vor um das „Ob“ und „Wie“ der Gefährdungsbeurteilung. Und aus vorliegenden Ergebnissen folgen kaum Maßnahmen.
  • Beinahe jede zweite Frühverrentung geht auf die weiter steigenden psychischen Erkrankungen zurück.
  • Beim betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) sind Akzeptanz und Wirkung häufig noch unbefriedigend.
  • Prekäre Arbeit verschwindet nicht allein durch den Mindestlohn.
  • Digitalisierung, Industrie 4.0, Open Space Büros und E-Government bergen Verbesserungs- und Stresspotenziale.

DGB, Politik und Arbeitgeberverbände haben eine Gemeinsame Erklärung zur Psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt und ein Arbeitsprogramm „Psyche“ der Gemeinsamen Deutschen Arbeitschutzstrategie (GDA) auf den Weg gebracht. Eine Stressverordnung steht weiterhin aus. Im Arbeitsschutzgesetz wurde der Begriff „psychische Belastungen“ ergänzt.

Doch was heißt das für die Praxis der Mitbestimmung und der Gestaltung Guter Arbeit zum Erhalt der psychischen Gesundheit in einer dynamischen, digitalisierten Arbeitswelt?

Mit Expert/-innen, Gewerkschaften, politisch Verantwortlichen und Arbeitgebervertreter/-innen wollen wir darauf Antworten geben und diese gemeinsam diskutieren. Das Workshop-Programm bietet allen Beschäftigtenvertretungen Orientierung und zeigt aktuelle Handlungsansätze auf.

Branchenübergreifend, und diesmal mit besonderem Blick auf die Branchen öffentlicher Dienst, Gesundheit/Pflege und Handel/ Gastronomie, soll Erreichtes gewürdigt, kritisch geprüft und vor allem „neuer Stoff zum Dranbleiben“ geliefert werden.

Weitere Infos und Anmeldung: http://tbs-gesundheit.de/

SAP-Fachtagung: „Datenschutz ist Teil unserer Demokratie“

Kann SAP die Personalentwicklung fördern? Manchmal - sagen Expertinnen und Experten auf der von TIBAY mitorganisierten SAP-Fachtagung 2014. Wenn der Datenschutz dabei nicht auf der Strecke bleibt. Harte Kritik erntet SAP indes aus den eigenen Reihen. Der SAP-Betriebsratsvorsitzende Ralf Kronig sagt: „Bei SAP herrscht eine maßlose Kurzfristökonomie.“

Wenn der stellvertretende SAP-Betriebsratsvorsitzende Ralf Kronig von früheren Zeiten berichtet, klingt das fast zu schön, um wahr zu sein: „Früher durften die Leute bei SAP alles sagen, auch wenn es Schwachsinn war. Irgendwann ist dann eine Software daraus geworden.“ Für die gute Personalpolitik sei damals der SAP-Mitgründer Dietmar Hopp maßgeblich gewesen. „Hopp war sachlich, hat auf die Menschen geachtet und sie am Kuchen beteiligt.“ Heute hingegen würden die Rahmenbedingungen „gnadenlos von oben diktiert. Wer das nicht exerziert, hat Probleme“.

Dass sich bei SAP einiges verändert hat, ist dem Berater-Urgestein Jochen Konrad-Klein von der TBS-NRW auch nicht entgangen. SAP sei nicht ein unschönes Produkt mit einer schönen Unternehmenskultur. „Da passe Produkt und Kultur schon zusammen“, so Konrad-Klein. Der Betriebsräte-Berater spricht von zunehmend mafiösen Zuständen im Konzern. Der Einsatz von SAP zur Personalentwicklung muss allerdings nicht zwingend schlecht ankommen. Benteler betreibt jetzt sein Talent-Management mit SAP und galt auf der Fachtagung als Best-Practice-Beispiel.

„Wir haben diese Datenwelt geschaffen.“
„Wenn die Segel getrimmt sind, kann der Wind ruhig schärfer werden“, sagt Katharina Just, TBS-Beraterin und Veranstalterin der Fachtagung. Laut Just kann SAP die Personalentwicklung fördern, wenn der Betriebsrat auf eine gute Regelung hinwirkt, also die Betriebsvereinbarung gut trimmt und der Betriebsrat in die Prozesse eingebunden ist. Dabei können Betriebsräte jederzeit auf der Hilfe der TBS-Beratungsstellen zählen, versichert Konrad-Klein.

Aber wie steht es überhaupt um die Zukunft der Betriebsräteberatung? „Das private Kommunikationsverhalten wird immer mehr in die Betriebe getragen“, stellt der Journalist Ulrich Clauß (WELT) fest. Datenschutz könnte demnach unter Beschäftigten – insbesondere unter jungen – immer weniger gefragt sein, vermutet er. Ein Betriebsrat bestätigt diese Einschätzung auf der Fachtagung: „Die älteren Mitarbeiter sind nach wie vor sensibel. Die Jungen gehen inzwischen anders damit um. Aber wir Alten dürfen uns nichts vormachen“, sagt er. „Wir haben diese Datenwelt geschaffen.“

Nicht alles machen, was möglich ist

Ulrike Stühmeier-Pulfrich, Leiterin für Personal- und Organisationsentwicklung bei Bentler International, sieht die Personalabteilungen ebenfalls in der Pflicht: „Wir müssen dafür sorgen, dass nicht alles, was technisch möglich ist, auch gemacht wird. Gerade beim Personaldatenschutz gibt es klare Grenzen.“  Das Kommunikationsverhalten der Menschen wandelt sich, bestätigt auch Konrad-Klein. Dennoch stellt der TBS-Berater fest: „Die Beschäftigten nutzen Facebook und Twitter, aber verhalten sich im Unternehmen anders. Sie kommunizieren anders.“ Schließlich sei aber die entscheidende Frage, wie wir in Zukunft leben wollen. Datenschutz sei nämlich ein essentieller Teil unserer Demokratie, betont Konrad-Klein.

Mehr Informationen zur SAP-Fachtagung 2014 des TBS-Netzes.

SAP-Fachtagung: Ordnung im Daten-Stadel schaffen

Der erste Tag der SAP-Fachtagung des TBS-Netzes zeigt sehr deutlich, dass die Herausforderungen der Betriebsratsgremien ein weiteres Mal zugenommen haben. Wer Ordnung im betrieblichen Daten-Stadel schaffen will, muss im Takt der immer schnelleren Ein- und Umbrüche bleiben. Und manchmal mit der Mistgabel ran.

Als Mariano Cordova heute Morgen von seinem Wecker aus dem Schlaf abgeholt wurde, hat die dazugehörige App ihm gleich berichtet, dass er gut geschlafen habe. Die Wetter-App des ehemaligen Konzernbetriebsrats von T-Systems riet ihm wetterfeste Kleidung, die Kaffeemaschine nahm unaufgefordert ihre Arbeit auf. Immer mehr Menschen nutzen derlei Technologien und Ratgeber. Doch als Verdi-Fachbereichsleiter für IT-Fragen hat Cordova auch einen kritischen Blick auf die zunehmend digitale Kontrolle unseres Lebens – vor allem dann, wenn es um die Beschäftigten in den Betrieben geht. „Die Digitalisierung schreitet voran“, sagt Cordova. „Aber wenn eine Kontrolle nicht rechtens ist, müssen Betriebsräte handeln und die Vorgänge justiziabel machen“, fordert er auf der SAP-Fachtagung 2014 in Hamburg kämpferisch. Allerdings betonte der Gewerkschafter auch, dass Datenschutz nicht immer im Interesse der Beschäftigten sei.

Die perfektionierte Ausspähung

Einer lässt über den Datenschutz hingegen nichts kommen – zumindest nicht in Rheinland-Pfalz. Dr. Stefan Brink ist der oberste Datenschützer im Weinbaugebiet. „Nicht alles, was in Betriebsvereinbarungen steht, erfreut das Herz der Datenschützer“, beklagt Brink. Allzu oft würden wichtige Gesetze zum Schutz der Beschäftigten durch Betriebsvereinbarungen aufgeweicht. Die Arbeitnehmerüberwachung sei inzwischen von einer intuitiven zu einer algorithmischen Überwachung transformiert: schematisch, lückenlos, stochastisch. Er fordert deshalb: „Wir brauchen unbedingt eine gesetzliche Regelung zum Beschäftigtendatenschutz.“ „Mit vielen der vorhandenen Regelungen kann niemand wirklich etwas anfangen“, sagt Brink.

Data-Mining und beschäftigte Versuchskaninchen

Einen Eindruck, wie perfekte Überwachung heute aussieht, weiß kaum ein Mensch besser als Jörg Blumtritt zu vermitteln. Der Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Social Media“ überwacht sich nämlich professionell selbst. Dazu zeichnet er seine Bewegungsdaten auf, die WLAN-Verbindungen sowie den Akku-Ladestand des Smartphones. Sein Befund: Auch wenige und scheinbar unbedeutende Informationen können verräterische Muster aufzeigen, womit sich verblüffend genaue Aussagen über das Verhalten von Menschen treffen lassen – insbesondere mithilfe von Data-Mining. Data-Mining und „Bring-Your-Own-Device“ verbesserten zwar teilweise den Service, aber „damit machen sie Beschäftigte auch zu Versuchskaninchen“, kritisiert Blumtritt.

Tatort SAP- Aufzeichnungen eines Forensiker

Ganz so turbulent geht es noch nicht in allen Betrieben zu. Zumindest im SAP-System lassen sich mit nahezu forensischen Methoden einige Missbrauchsfälle aufdecken. Ob Änderungen an der Berechtigungsverwaltung oder unerlaubte Dateneinsicht: So mancher Verstoß des Arbeitgebers gegen die betriebliche Regelung könnte zumindest geprüft und nachvollzogen werden. Darüber weiß Gerald Schrott bestens Bescheid, der seit 2002 bei IBS Schreiber für SAP-Systemprüfung zuständig ist. Schließlich könnte sich diese mögliche Transparenz aber auch gegen die Beschäftigten wenden, wenn Arbeitgeber beispielsweise ohne Verdachtsmoment auf Spurensuche im SAP-System gehen.

Corporate Compliance nicht ohne BetrVG

Das wäre gegen das Gesetz, betont auch Isabel Eder, Juristin der IG BCE-Abteilung Mitbestimmung. Der Arbeitgeber darf Daten - neben den erforderlichen - nur anlassbezogen erheben und nutzen, um Strafdaten aufzudecken – wenn das schutzwürdige Interesse des Beschäftigten nicht überwiegt. Darüber hinaus müssen dokumentierte tatsächliche Anhaltspunkte den Anfangsverdacht begründen. Insbesondere rät Eder den Betriebsräten, sich bei den immer häufiger angewendeten „Corporate Compliance“-Regelungen einzubringen. Die sogenannte Regelkonformität der Unternehmen bedeute laut der Gewerkschafterin beispielsweise auch: kein Verstoß gegen Unterrichtungspflichten des Arbeitgebers, Genehmigung von Überstunden nur mit Zustimmung des Betriebsrats.

Die unübersichtlichen Herausforderungen der Betriebratsgremien nehmen schnellen Intervallen zu. Die kommenden Workshops sollen helfen, im Daten-Gewirr einen besseren Überblick zu behalten, um die Interessen der Beschäftigten weiterhin effizient durchzusetzen.

Call-Center Fachtagung in Essen

Vom 27. - 30.10.2014 treffen sich in Essen die Expertinnen und Experten für Call-Centerfragen aus Beschäftigtensicht. Die Fachtagung mit dem Titel "Gute Arbeit im Call-Center und Kundenservice durchsetzen" wird vomTBS-Netz in Kooperation mit der IG Metall und ver.di organsiert.

Trotz der öffentlichen Empörung über den NSA-Skandal gibt es immer noch keine Selbstbeschränkung bei der elektronischen Leistungs- und Verhaltenskontrolle in Kunden- und Service-Centern. Umgekehrt ist aber der Überwachungsdruck eine wesentliche Belastung für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Welche Belastungen auftreten und wie sie verringert werden können, ist eines von vielen Themen der Fachtagung, die das TBS-Netz zusammen mit DGB, ver.di und IG Metall vom 27. - 30. Oktober 2014 in Essen veranstaltet.

Betriebs- und Personalräte sind herzlich eingeladen, sich fachlich weiter zu qualifizieren und gezielt kollegial auszutauschen. Vorträge, Workshops und Fachforen zu wissenschaftlichen und praktischen Fragestellungen wechseln sich ab. Branchenforen für Handel, Finanzdienstleistung, Telekommunikation, Post/Logistik und Dienstleistung geben Raum, mit Vertretern aus Beratung und Gewerkschaft branchenspezifische Angebote und Probleme zu erörtern. Hinzu kommen Workshops mit Fachpolitikern, Gelegenheiten zur Fallberatung und zum Erfahrungsaustausch.

Die Schwerpunkte:

  •     Mindestlohn und Tarifvertrag
  •     Beschäftigtendatenschutz im Callcenter und aktuelles Datenschutzrecht
  •     Leistungs- und Verhaltenskontrolle regeln!
  •     Psychische Belastungen: Wie messen und regeln?
  •     Aufgaben und Möglichkeiten des staatlichen Arbeitsschutzes in der Callcenter-Branche
  •     Gütesiegel im Callcenter

Veranstalter: TBS-Netz
Datum: 27.10. bis 30.10.2014 in Essen
Anmeldeschluss: 06.10.2014
Veranstaltungskosten: inkl. Tagesverpflegung für 4 Tage:1.100 € plus 95 € für Übernachtung pro TN/pro Tag zzgl. Umsatzsteuer

Hier geht es zum Flyer mit dem Programm und weiteren Hinweisen.

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Kontakt

Torsten Weber

Leitung der Technologie- und Innovationsberatung

Tel. +49 (089) 54 34 46 - 14