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Ein Gespenst geht um in Bayern:

das gewerkschaftspolitische Seminarprogramm

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, manchmal muss auch ein guter Vortrag her. Deshalb gibt es selbstverständlich 2020 wieder zahlreiche Angebote zu gesellschaftskritischen Themen. Hier eine Übersicht.

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4. Mai: Lebenslanges Lernen - Eine kritische Bestandsaufnahme

Lukas Eble und Dr. Manuel Rühle werfen einen kritischen Blick auf die Forderung nach "lebenslangem Lernen".

Die vormalige Alltagsweisheit vom lernfähigen Hänschen und dem Hans, der nimmer mehr lernt, ist schon länger aus der Mode geraten. Heute gilt ein „Lebenslanges Lernen von der Wiege bis zur Bahre“ als gesellschaftliche Notwendigkeit, der sich niemand entziehen darf. Wer sich heute nicht permanent weiterbildet, so die herrschende Meinung, gefährde nicht nur die eigene „Beschäftigungsfähigkeit“, sondern auch den Erfolg des „nationalen Standorts“ in der Weltmarktkonkurrenz.

Die Anfänge des bildungspolitischen Konzepts des Lebenslangen Lernens reichen bis in die 1960er Jahre zurück. Sie sind Ausdruck tiefgreifender Veränderungen in den globalen kapitalistischen Verwertungsbedingungen. Neben dem Ziel einer fortlaufenden Anpassung der Qualifikationen an die Marktbedarfe finden sich darin aber auch progressive Impulse, etwa die Vorstellung, unabhängig von der sozialen Herkunft lernen zu dürfen.

Das Konzept des Lebenslangen Lernens fordert dabei nicht einfach nur eine „lebenslange Weiterbildung für alle“. Im Fokus steht vielmehr die Hervorbringung eines bestimmten, ökonomisch geforderten Sozialcharakters, der sich flexibel und mobil den je herrschenden Anforderungen anpasst. Die „Bereitschaft zum freiwilligen Mitmachen“ ist ein elementarer Bestandteil des gegenwärtigen Kapitalismus, der maßgeblich auf den Wissensbeständen und Fähigkeiten der Arbeitenden beruht. Daher ist die Bearbeitung des Phänomens Lebenslangen Lernens in erster Linie keine bildungspolitische, sondern eine gesellschaftspolitische Aufgabe.

Im Seminar wollen wir die Programmatik des „LLL“ mittels gesellschafts- und bildungstheoretischer Überlegungen in den Blick nehmen. Dabei interessiert uns vor allem die Frage, welche gewerkschaftlichen Herausforderungen damit verknüpft sind bzw. sich verknüpfen lassen: Wie kann der gesellschaftliche Anpassungsdruck, der durch das allgegenwärtige Digitalisierungsszenario weiter verschärft wird, im Interesse der Beschäftigten gewendet werden?

Referenten: Lukas Eble und Dr. Manuel Rühle

Anmeldeschluss: Freitag, 26. Apri 2019
Seminarbeginn: Samstag 04. Mai 2019, 10:30 Uhr
Seminarende: Samstag, 04. Mai 2019, 17:00 Uhr
Teilnahmebeitrag: 5 Euro
Seminarort: Gewerkschaftshaus München, Schwanthalerstraße 64, 80336 München
Anmeldung:
Die Teilnahme ist kostenlos, Mittagsimbiss wird bereitgestellt