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Ein Gespenst geht um in Bayern

das gewerkschaftspolitische Seminarprogramm

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, manchmal muss auch ein guter Vortrag her. Deshalb gibt es selbstverständlich 2017 wieder zahlreiche Angebote zu gesellschaftskritischen Themen. Hier eine Übersicht.

11. Mai 2014: Buchvorstellung – Einmal Palästina und zurück

Am Sonntag, dem 11. Mai, wird der Journalist und Shoa-Überlebende Karl Pfeifer sein neues Buch "Einmal Palästina und zurück – ein jüdischer Lebensweg" in München vorstellen. Im Buch beschreibt der Autor unter anderem seine Kindheitsjahre in Europa und wie er die Staatsgründung Israels erlebte.

1928 in Baden bei Wien geboren, wächst Karl Pfeifer als Sohn einer jüdischen Familie auf. Er besucht die öffentliche Volksschule, ansonsten bleibt die „kleine jüdische Gemeinde“ – auch aufgrund des herrschenden Antisemitismus – „mehr oder weniger unter sich“. Diese isolierte Existenz begünstigt zionistische Hoffnungen. Gleichzeitig lassen sich die Eltern von der antisemitischen Stimmung noch nicht vertreiben, „die Zeichen waren an der Wand aber man wollte oder konnte sie nicht sehen.“

Nach dem Anschluss im März 1938 geht alles sehr schnell: Ein Urlaub soll es werden, in Wirklichkeit führt die Flucht vor den Nazis über die Schweiz, Italien und Kroatien nach Ungarn. Der 10jährige Karl kommt ins Internat und lernt Ungarisch. Später in Budapest erlebt er wieder antisemitische Angriffe. Karl schließt sich dem HaSchomer Hatzair, einer zionistisch-sozialistischen Bewegung, an und kann 1943 unter falschem Namen mithilfe der Jugend-Alijah nach Eretz Israel flüchten. Drei Jahre wird Karl im Kibbuz erzogen. 1946 tritt er einer Eliteeinheit der Hagana bei und erlebt von 1946 bis 1949 als Soldat des Palmach die Kämpfe um die Geburt des Staates Israel. Auf der Suche nach einer Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeit kehrt er nach Europa zurück, wird in Frankreich wegen illegalen Aufenthalts gefasst und schließlich per Zug nach Österreich zurückexpediert.

„Einmal Palästina und zurück“ (Edition Steinbauer, Wien 2013) nennt Karl Pfeifer seine Erinnerungen, die er geschickt mit den Zeitläufen verbindet. Pfeifer arbeitet seit 1979 als Journalist in Wien, schreibt u. a. für die „Illustrierte Neue Welt“ (Wien) sowie die Berliner Zeitungen „Jüdische Allgemeine“ und „Jungle World“.

Eine gemeinsame Veranstaltung des DGB Bildungswerks Bayern, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. Arbeitsgruppe München sowie der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Veranstaltungbeginn: Sonntag,11. Mai 2014, 19:00 Uhr
Seminarort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18